Angst- und Panikattacken,  Blähungen,  Eisenmangel,  Energielosigkeit,  Haarausfall,  Hashimoto Thyreoiditis,  Magenprobleme,  Mandelentzündung,  Nebennierenschwäche,  Tinnitus,  Verdauungsbeschwerden,  Verstopfungen

Interview mit Jil

Liebe Jil, wie und wann begannen deine Beschwerden?

Meine gesundheitlichen Probleme begannen schon in der Kindheit und Jugend. Ich hatte oft Bauchschmerzen, war sehr müde nach dem Essen und litt schon damals an Verstopfungen. Mein Immunsystem war dauerhaft geschwächt, weshalb ich ständig krank war. Ich hatte oft Mandel- oder Blasenentzündungen, die immer mit Antibiotika behandelt worden sind. Außerdem litt ich an Hyperhydrose (starkes Schwitzen an Händen und Füßen). Ich war sehr kälteempfindlich. Später bekam ich dann eine leichte Akne, die dann immer schlimmer wurde. Auf Grund dieser ganzen gesundheitlichen Schwierigkeiten in sehr jungen Jahren, entwickelte ich mich zu einer sehr ängstlichen Person.

Im Jahr 2018 wurde bei meiner Mutter Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt. Auch ich wurde anschließend darauf getestet und auch bei mir wurde diese Erkrankung der Schilddrüse erkannt. Das war der Punkt wo ich langsam wirklich Angst bekommen habe. Ich war gerade mal 22 Jahre alt und der Arzt sagte mir, dass mein Körper sich selbst angreife, weil meine Schilddrüse kaputt sei.

Dann begann ich zu recherchieren. Aus lauter Angst und Verzweiflung bin ich zu schnell in eine zu extreme Richtung gegangen. Sofort habe ich alles schlechte aus meiner Ernährung raus genommen. Ich habe viele Detoxkuren gemacht, also sehr viel entgiftet. Teilweise aß ich nur noch Früchte. Die Entschlackung war viel zu heftig für meinen Körper. Und plötzlich fing es von einem zum anderen Tag an: extreme Blähungen nach jeder Mahlzeit. Mein Bauch war sehr aufgebläht. Wenn ich etwas gegessen habe, hat es sich angefühlt, als würde der Mageninhalt dort unverdaut einfach liegen bleiben. Mein gesamter Verdauungstrakt war wie paralysiert. Dadurch bekam ich extreme Verstopfungen.

Zu dieser Zeit bekam ich noch mehr Angst und Panik – ich hatte richtige Attacken. Die permanenten Spannungen auf und in meinem Bauch haben mich sehr nervös gemacht. Ich musste die ganze Zeit liegen, weil ich wegen meinem stark angespannten Bauch nicht stehen konnte. Aber im Liegen konnte ich vor lauter Nervosität über meinen Zustand auch nicht schlafen oder ausruhen – es war wirklich schlimm. Nachts habe ich teilweise nicht geschlafen. Am Abend ging es mir dann ein bis zwei Stunden etwas besser – was typisch ist für eine Nebennierenschwäche.

Auch hatte ich überall in meinem total übersäuerten Körper Schmerzen. Innerhalb weniger Wochen hatte ich zehn Kilo zugenommen, obwohl ich nur Obst oder nichts aß. Das waren Wassereinlagerungen – ich vermute das kam durch die Viren und Bakterien, die der Körper versucht hat auszuspülen. Ich hatte ständig Hunger, da ich nur winzige Portionen essen konnte. Denn je mehr ich gegessen hatte, umso schlimmer wurde der Bauch. Mir war auch sehr kalt, selbst im Sommer bei dreißig Grad habe ich gefroren. Aufgrund meiner starken Lichtempfindlichkeit zu dieser Zeit bin ich sowieso kaum raus gegangen. Ich lag also mitten im Sommer mit dicker Decke und zugezogenen Rollläden in meinem Zimmer im Bett.

Meine Füße waren manchmal so kalt, dass sie stark geschmerzt haben. Ich konnte nicht tief und normal atmen, da mein Zwerchfell durch den verspannten Bauch total unter Druck stand. Ich hatte starke Kieferschmerzen, Tinnitus, Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, trockene schuppende Haut und Dauerangst. Ich habe eine richtige Angst vor dem Essen entwickelt, da ich ständig Hunger hatte aber nur so wenig essen konnte.

Was haben denn fachkundige Ärzte oder Heilpraktiker zu Deinem Zustand gesagt?

Die erste Heilpraktikerin vermutete eine Histaminintoleranz. Dafür riet sie mir zu einer speziellen Diät, die leider jedoch keine Besserung gebracht hat. Auch bekam ich die Diagnose IBS. Dazu empfohlen wurde die Low Fodmap Diät, die auch keine Linderung brachte. Kinesiologisch ertestet wurde eine Fructoseintoleranz, mit der Empfehlung unbedingt auf Fructose zu verzichten. Bei einem anderen Arzt fiel dieser Fructose-Test aber negativ aus. Auch der SIBO Atemtest fiel negativ aus. Die sogenannte Dunkelfelddiagnose zeigte Bakterien, Parasiten und Viren in meinem Körper an. Ich versuchte die Leber-Reinigung nach Andreas Moritz, welche auch keine Besserung brachte.
Ich nahm sehr viele verschiedene Supplemente zu mir wie: Bitterstoffe, HCL oder empfohlene Verdauungsenzyme – ich spürte kaum Verbesserung.

Ein weiteres Symptom war Haarausfall und meine Periode blieb aus. Dafür habe ich die Progesterone Creme (Hormoncreme) der Heilpraktikerin bekommen. Die Menstruation blieb aber weiterhin aus. Mein Gynäkologe sagte die Verdauung hätte nichts mit dem Zyklus zu tun – also nicht gerade sehr ganzheitlich.
Es wurde mir geraten Mönchspfeffer auszuprobieren ansonsten würde es auf jeden Fall an der Schilddrüse liegen. Laut Ultraschall aller Bauchorgane war dort alles total in Ordnung. Auch die Blutuntersuchungen bei verschiedenen Ärzten waren alle unauffällig bis auf einen niedrigen Eisenwert, erhöhter TSH und Antikörper. Die Ärzte wussten absolut nicht, was mit mir los war. Meine Werte waren in Ordnung.

Meine Familie dachte nun noch mehr, ich würde total spinnen. Es wurden alle Symptome auf die Schilddrüse geschoben. Ich sollte also diese Schilddrüsentabletten nehmen.
Bei der ersten schulmedizinischen Stuhluntersuchung, welche die Krankenkasse gezahlt hatte, kam gar nichts heraus. Durch die zweite Untersuchung durch einen anderen Arzt kam heraus, dass ich absolut gar keine guten Darmbakterien mehr hatte. Der Arzt riet mir dringend Probiotika und Magnesium einzunehmen, welches zu dem Zeitpunkt die Symptome nur verschlimmerte. Es war so heftig, dass ich drei Tage im Bett lag und nicht gehen konnte. Der Arzt meinte, ich müsse da durch, das wäre die einzige Lösung. Ein anderer Arzt tippte auf Diabetes oder Zöliakie – beides war im Test negativ. Der beste Vorschlag der Ärzte und Heilpraktiker aus dieser Zeit war Hirsebrei zum Frühstück. Das waren alles sehr ernüchternde Erfahrungen.

Wie bist Du dann auf Anthony gestoßen?

Ich bin durch ein YouTube Video auf Anthony aufmerksam geworden. Er hat über Streptokokken geredet. Als ich das alles hörte war mir sofort klar, dass dieser Mann versteht, was mit mir los ist. Ich wollte sofort beginnen und habe alles leider etwas zu schnell umgesetzt.

Zuerst las ist das Buch „Selleriesaft“. Ich habe direkt mit 500ml Selleriesaft täglich begonnen. Für jemanden in meinem damaligem Zustand ist das natürlich viel zu viel. Ich habe alles andere auch sofort umgesetzt und die 28-Tage Kur begonnen. Das war alles etwas zu viel und zu schnell. Die Entgiftung anfangs war sehr heftig. Ich war aber so ehrgeizig und wollte alles direkt umsetzen. Das würde ich im Nachhinein vielleicht anders machen. Es ging mir aber so schlecht, dass es eigentlich klar war, dass sich mein Zustand erst mal verschlechtern würde und es etwas länger braucht.

Aber das Wichtigste daran für mich war die Erkenntnis darüber, was zu tun war und dass es das Richtige für mich ist. Ich hatte wieder Hoffnung. Vorher war ich einfach nur noch verwirrt und hatte Panik vor jedem Essen. Es gibt zu viele verschiedene, gegensätzliche Aussagen bezüglich gesunder Ernährung. Einer sagt: dies ist schlecht, der andere sagt: du musst das weglassen. Ich wusste überhaupt nicht mehr was richtig für mich ist und dadurch war alles Essen quasi böse. Durch die Ernährung nach AW wurde meine Angst immer weniger und dadurch konnte sich mein System endlich beruhigen.

Nach einiger Zeit begann die Verdauung besser zu funktionieren. Der Haarausfall ließ nach circa vier Monaten nach. Alle Symptome sind mit der Zeit schwächer geworden. Ganz los bin ich sie noch nicht. Aber sie werden nach und nach immer weniger. Ich habe gespürt, dass ich wieder klarer im Kopf werde. Und ich kam immer mehr aus dieser Hoffnungslosigkeit heraus.

Wirst Du Dein Leben lang nach den Informationen von Anthony leben oder glaubst Du, dass Du eines Tages wieder „normal“ essen wirst?

Sage niemals nie aber ich glaube nicht, dass ich jemals wieder „normal“ essen werde. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen und ich habe auch gar nicht das Verlangen danach. Es ist schon manchmal witzig, wenn die Leute einen mitleidig anschauen und etwas sagen wie: Du Arme, wann kannst du denn mal wieder was Richtiges essen?

Ich sage dann einfach, dass ich gar nichts anderes essen möchte. Ich liebe die Ernährung nach Anthony William und es schmeckt mir auch jeden Tag leckerer.

Ich freue mich jeden Morgen aufs Neue auf meine Bananen, auch wenn ich sie jeden Tag esse. Der Geschmackssinn verändert sich. Ich esse sogar puren, gedünsteten Brokkolie ohne Alles total gerne. Meiner Wahrnehmung nach ist das sehr lecker. Viele gucken dann ganz verdutzt und können nicht verstehen, wie ich mich so darüber freuen kann.

Ich ernähre mich nun seit achtzehn Monaten nach AW. Anfangs aß ich auch noch Reis und Hülsenfrüchte. Ich vermisse das „normale“ Essen gar nicht. Es kommt nur ganz selten vor, zum Beispiel, wenn ich mal total Hunger habe. Dann denke ich vielleicht mal wieder an ein ungutes No-Food, auf das ich kurz Appetit habe. Dann esse ich einfach meine geliebten Datteln und schon ist dieser Gedanke beseitigt. Ich bin auch wirklich sehr konform und habe keine Ausnahmen gemacht seit ich meine Ernährung umgestellt habe, da ich einfach sehr krank war. Ich hatte Angst, dass solch ein Ausrutscher gleich wieder eine Verschlechterung für meine Gesundheit bedeuted hätte.

Vor meiner Ernährungsumstellung nach AW hatte ich ja auch schon viel ausprobiert mit verschiedenen Diäten. Ich aß vorher schon eine Zeit lang vegan und roh. Zu dieser Zeit, arbeitete ich an einem Ort, der durch eine Klimaanlage sehr kalt war. Ich fror die ganze Zeit und ich war felsenfest davon überzeugt, am Abend Halsschmerzen oder eine Erkältung zu bekommen. Nichts dergleichen geschah. Und dann viele Wochen später (ich ernährte mich weiterhin überwiegend roh und vegan) hatte ich plötzlich Lust auf Brot. Ich kaufte mir also Brot und aß dieses mit Butter. Am selben Abend noch begannen die Halsschmerzen. Ich dachte mir, es kann doch nicht sein, dass das jetzt von einmal Brotessen kommt.

Aber es passt auch mit den Aussagen von Anthony zusammen. Wenn man die No-Foods isst und rückfällig wird, und noch zu viele Viren und Bakterien im System sind, bekommen diese Futter und Symptome können sofort zurückkehren bzw. sich wieder verschlimmern.

Ich ernährte mich auch mal eine Weile ketogen, also mit viel Fleisch, Käse und Eiern. In dieser Zeit bekam ich die schlimmste Erkältung, die ich je hatte. Dann entdeckte ich Anthony William und diese ständigen Erkältungssymptome hörten auf und kamen seitdem nie wieder.

Diese Ernährung ist zu mein Lifestyle geworden. Ich steh zu hundert Prozent dahinter. Ich liebe meine Früchte und habe eine spirituelle Beziehung zu ihnen. Ich bin so dankbar, denn ohne diese Art zu Essen wäre ich nicht so gesund geworden. Vielleicht kann man das nur nachempfinden, wenn man das auch so erlebt hat. Ich habe vor jedem natürlichen Nahrungsmittel sehr viel Respekt und Ehrfurcht und bin so dankbar, dass es diese wunderbaren Dinge wie zum Beispiel Papaya, Mango, Bananen, Blumenkohl, Brokkolie, Süßkartoffeln usw. gibt.

Wie reagiert Dein Umfeld sonst noch auf Deine Ernährung?

Anfangs hat meine Familie überhaupt nicht daran geglaubt, dass mit der Ernährung nach AW irgendetwas besser werden würde. Sie waren ziemlich misstrauisch und davon überzeugt, ich solle die Schulddrüsentabletten nehmen weil es sein müsse und anders nicht gehe. Aber sie haben mich natürlich trotzdem mein Ding machen lassen.

Ich nehme die Schilddrüsentabletten bis heute nicht ein. Meine Eltern sehen, dass es mir immer besser geht – ohne Tabletten! Sie sehen, dass ich aufblühe und dass es definitiv an der Ernährung liegt. Als ich anfangs davon erzählte und meine Eltern davon überzeugen wollte, dass sie es auch mal ausprobieren sollten, gingen sie sofort in der Widerstand. Mittlerweile aber kommen ab und an interessierte Fragen. Auch Bekannte sprechen mich nun öfter darauf an, da ihnen auffällt dass ich viel gesünder aussehe als vorher. Aber leider wollen die meisten nichts davon hören, wenn ich ihnen dann erkläre, dass sie sehr wahrscheinlich voller Viren und Bakterien sind. Auch das Thema mit Spirit of Compassion ist nach wie vor schwierig für sie.

Was würdest Du jemandem sagen, der mit der Ernährung nach Anthony William anfangen möchte aber doch noch irgendwie am zweifeln ist?

Man hat ja erst mal nichts zu verlieren, in dem man Obst & Gemüse isst. Wir haben nur unseren einen Körper und versuchen kann man es doch auf jeden Fall. Irgendwann dachten die Menschen auch mal, dass die Erde eine Scheibe wäre. Die Dinge und Ansichten ändern sich eben. Nur weil man Dinge nicht direkt beweisen oder sehen kann, heißt es ja nicht gleich, dass sie deshalb nicht existieren. Wir haben mehr Mikroorganismen in und an uns, als wir menschliche Zellen haben. Hätte man das jemandem vor 200 Jahren gesagt, wäre man für verrückt erklärt worden. Manchmal sollte man auch an Dinge glauben, die man nicht sofort fassen oder sehen kann. Wir können versuchen ein bisschen mehr zu fühlen und uns für das Nicht-Sichtbare zu öffnen.

Vielen Dank für Deine Offenheit liebe Jil. Ich wünsche Die weiterhin alles Gute.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.